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  • Entwurf für ein Krematorium / Westfriedhof – Köln

    Entwurf

    Der Entwurf  führt die Symmetrie des Kontexts weiter, während sich der Baukörper aus Beton deutlich von den Gräbern auf dem Friedhof abhebt. Die Geometrie des Dreiecks bildet das architektonische Thema des Entwurfs:

    Der Schornstein des Krematoriums ist ein skulptural ausgeformter Betonturm in Form einer Pyramide und befindet sich in der Mitte des Gebäudes. Er prägt durch seine monumentale Erscheinung die ansonsten flache und zurückhaltende Landschaft des Friedhofs.

    Eine wichtige Anforderung an das Krematorium besteht darin, dass es sich um eine religionsübergreifende Anlage handeln soll. Dies bedeutet, dass die Gebräuche aller Religionen bei der Bestattung der Toten berücksichtigt werden müssen. Der Entwurf geht deshalb religionsunabhängig auf die Empfindungen und Bedürfnisse der Trauernden ein.

    Die große Trauerhalle mit einer Kapazität für 180 Trauergäste wird durch einen externen südlichen Zugang erschlossen. Ein gitterartiges Dach aus monolithischem Sichtbeton scheint regelrecht auf der Trauerhalle aufzulasten. Durch unterschiedliche Höhe der Träger wird das Tageslicht in der Mitte des Raums intensiviert. So entsteht eine dramatische Lichtführung über dem quadratischen Grundriss der Trauerhalle und eine sakrale Atmosphäre entsteht.

    Das Gebäudeensemble wird von zwei Gängen mit homogener Erscheinung durchdrungen, welche die beiden Wege der Hauptsachse fortführen. Ihre Sichtbetonwände werden nur durch dreieckige Deckenöffnungen belichtet, sodass eine dramatisch Stimmung entsteht.

    Ein weiterer Eingang des Krematoriums mit anschließender Lobby liegt auf einer Achse mit dem Innenhof. Durch diesen Eingang können auch kleinere Trauerräume für individuelle Verabschiedungen erreicht werden. Diese besitzen ein teilweise abfallendes Dach, an dessen unteren Ende sich eine Lichtöffnung befindet, sodass ein Gefühl der Ruhe und Leichtigkeit entsteht. Gleichzeitig bieten diese Einzelräume Schutz vor Witterung und fremden Blicken.

     

    Material

    Der Baustoff Beton zieht sich als Konstruktions- und Gestaltungsmittel durch das gesamt Gebäude. Seine Ausführung mit den präzise gesetzten Ankerlöchern, den scharfkantigen Eckausbildungen und den samtig glatten Oberflächen lassen das Gebäude rein und makellos erscheinen.